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Präzision und Groove: Ein Blick auf die besten Drummer der Welt

Wer sind die besten Drummer der Welt? JustChords untersucht Kriterien wie Timing, Groove und Klangsprache – von Bonham über Lombardo bis Watts.

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Wer sind die besten Drummer der Welt — und was unterscheidet sie vom Rest? Ein Schlagzeuger kann schnell spielen, laut spielen, ausdauernd spielen. Aber die wirklich großen Trommler liefern etwas, das sich schwerer messen lässt: Sie geben einer Band ihre Identität, bevor der erste Akkord erklingt. Dieser Artikel betrachtet die Maßstäbe, an denen sich Weltklasse-Drummer messen lassen, und stellt die Spieler vor, die diese Maßstäbe gesetzt haben.

Was macht den besten Drummer der Welt aus?

Die Frage klingt einfach, die Antwort ist es nicht. Technische Versiertheit ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung. Ein Schlagzeuger, der in der Lage ist, 32tel-Noten auf der Bass Drum bei 220 BPM sauber durchzuhalten, beeindruckt im Video — aber ob er eine Band trägt, ist eine andere Frage.

Drei Kriterien tauchen in nahezu jeder ernsthaften Diskussion über den besten Drummer auf:

Timing und Präzision — nicht im Sinne von Metronom-Sklaverei, sondern die Fähigkeit, ein Tempo organisch zu führen. Das innere Uhrwerk muss so verlässlich sein, dass Mitmusiker sich entspannen können. Wenn ein Bassist anfängt, nervös auf die Hi-Hat zu schielen, ist das kein gutes Zeichen.

Musikalisches Gespür — die Fähigkeit, das Richtige zur richtigen Zeit zu spielen. Eine Fill am falschen Moment zerstört einen Song-Moment, der sich über vier Strophen aufgebaut hat. Die berühmten Drummer der Geschichte zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie wissen, wann sie schweigen müssen.

Eigenständige Klangsprache — das ist das seltenste Kriterium. Wenn die ersten zwei Takte einer Aufnahme reichen, um den Schlagzeuger zu identifizieren, hat er etwas geleistet, das die meisten nie erreichen. Ob das der trockene, erdige Shuffle von John Bonham ist oder der bewusst spartanische Puls von Charlie Watts — Wiedererkennbarkeit ist keine Oberflächlichkeit, sondern das Ergebnis jahrelanger Entscheidungen.

Ähnlich wie bei den besten Akustik-Gitarristen der Welt lässt sich auch unter den großen Schlagzeugern kein objektives Ranking aufstellen — aber Kriterien lassen sich benennen, und Spieler lassen sich daran messen.

Die Architekten des Rock: John Bonham und Keith Moon

Wer über berühmte Drummer spricht, landet früher oder später bei John Bonham. Der Schlagzeuger von Led Zeppelin hat das Schlagzeugspiel im Rock-Kontext so grundlegend geprägt, dass sein Einfluss bis in aktuelle Produktionen hörbar ist. Der sogenannte „Bonzo-Shuffle" — besonders deutlich in „Fool in the Rain" — ist ein Beispiel dafür, wie ein Schlagzeuger eine rhythmische Idee so stark mit einer Person verbindet, dass sie seinen Namen trägt.

Bonhams Stärke lag nicht in der Geschwindigkeit, obwohl er für seine Zeit außergewöhnlich schnell spielen konnte. Sie lag im Gewicht. Sein Anschlag war physisch präsent auf eine Art, die andere Drummer nicht reproduzieren konnten — und nicht nur wegen der Technik. Er benutzte eine Ludwig-Kit mit einem 26-Zoll-Bassdrum-Fell, deutlich größer als die Standardgröße von 22 Zoll, was dem Sound jene tiefe Druckwelle gab, die bei „When the Levee Breaks" das Maßband sprengte.

Keith Moon ist das andere Extrem — und mindestens so prägend. Der The-Who-Schlagzeuger spielte nicht hinter der Band, sondern in ihr hinein, fast kontrapunktisch. Er ignorierte konventionelle Groove-Patterns zugunsten einer dichten, melodisch denkenden Spielweise, die Mitmusiker gleichermaßen faszinierte und überforderte. Moon benutzte die Snare-Drum nicht als Taktgeber, sondern als Konversationspartner — ein Ansatz, den später Drummer wie Bill Bruford weiterentwickelten.

Das Herzstück des Schlagzeugs, die Snare, ist bei beiden Spielern auffällig anders eingesetzt: Bonham mit schwerfälligem, akzentuiertem Backbeat, Moon mit unvorhersehbarer, ausschweifender Platzierung. Beide Ansätze haben ihre Nachfolger gefunden.

Bonhams Schlagzeug klingt nicht laut, weil er hart schlug — es klingt groß, weil jede Note einen Plan hatte.

Präzision im Extrembereich: Dave Lombardo und Joey Jordison

Im Metal-Kontext verschiebt sich die Diskussion über den besten Drummer erheblich. Wer ist der beste Metal-Drummer der Welt? Zwei Namen tauchen in dieser Debatte konstant auf: Dave Lombardo von Slayer und Joey Jordison von Slipknot.

Dave Lombardo hat das Double-Bass-Spiel im Thrash Metal Ende der 1980er-Jahre miterfunden — nicht nur beschleunigt, sondern strukturell überarbeitet. Was ihn von bloßer Schnelligkeit unterscheidet, ist seine Fähigkeit, auch bei extremen Tempi (Alben wie „Reign in Blood" erreichen Passagen über 220 BPM) ein stabiles metrisches Fundament zu halten. Seine Kick-Drum-Linien folgen keinem Ostinato-Muster, das ein Computer reproduzieren könnte — sie haben rhythmische Intelligenz.

Joey Jordison, verstorben 2021, war technisch breiter aufgestellt. Er entwickelte eine einhändige Technologie (einen drehbaren Drum-Riser), um bestimmte Fill-Muster ausführen zu können, die mit einem statischen Kit physisch nicht erreichbar waren. Auf Slipknot-Alben wie „Iowa" oder „Vol. 3: The Subliminal Verses" ist zu hören, wie er zwischen aggressivem Thrash-Spiel und polyrhythmischen Passagen wechselt, ohne die Band zu verlieren.

Tempo-Referenzwerte im Metal-Schlagzeugspiel:

  • Standard-Rock-Groove: 80–130 BPM
  • Thrash Metal (Slayer, „Angel of Death"): 212–220 BPM
  • Blast Beat (Grindcore/Death Metal): bis 250+ BPM
  • Jordisons Kick-Drum-Pattern auf „People = Shit": durchgehend 180 BPM, mit Fill-Unterbrechungen

Was beide Drummer eint: Sie haben das Klangbild ihrer Bands mitdefiniert. Slayer ohne Lombardo, Slipknot ohne Jordison — das sind nicht nur personelle Lücken, das sind klangliche Verschiebungen.

Die Allrounder: Von Dave Grohl bis Phil Collins

Nicht jeder Weltklasse-Drummer ist ein Virtuose im engeren Sinne. Manche der einflussreichsten Schlagzeuger der Geschichte haben ihren Platz in der Liste der 100 besten Schlagzeuger nicht durch technische Extremleistung gesichert, sondern durch Vielseitigkeit und Bandbreite.

Dave Grohl ist das bekannteste Beispiel. Sein Schlagzeugspiel auf Nirvanas „Nevermind" (1991) hat das Produktionsbild für Grunge und Alternative Rock über eine Dekade hinaus geprägt — die Kombination aus aggressivem Rimshot-Backbeat, dynamisch kontrollierten Strophen und explodierenden Chorus-Fills war handwerklich durchdacht, auch wenn der Eindruck von Wildheit überwiegt. Grohl ist kein technischer Extremspieler; er ist ein Kontextspieler, der genau versteht, was ein Song braucht.

Phil Collins ist ein ähnlicher Fall — wenngleich aus einer anderen Richtung kommend. Als Schlagzeuger bei Genesis in den frühen 1970er-Jahren war er Teil eines Prog-Rock-Ensembles, das komplexe Taktarten (7/8, 5/4, 9/8) als Standard behandelte. Collins spielte diese Strukturen mit einer Leichtigkeit, die andere Drummer zu dieser Zeit schlicht nicht hatten. Sein Fillspiel war melodisch informiert — er dachte in Phrasen, nicht in Takteinheiten.

Beide Männer sind außerdem als Sänger tätig, was keine Kleinigkeit ist. Gleichzeitig zu singen und ein metrisch stabiles Drumsetting zu halten, erfordert eine Dissoziation zwischen oberer und unterer Körperhälfte, die nicht selbstverständlich ist. Das verbindet sie mit Levelköpfen wie Ringo Starr, der — zu Unrecht unterschätzt — für die Beatles eine rhythmische Basis gebaut hat, die einfacher klingt, als sie ist.

Der Puls der Musik: Warum Groove wichtiger ist als Speed

Charlie Watts war kein schneller Drummer. Er war kein besonders lauter Drummer. Auf Aufnahmen wie „Sympathy for the Devil" oder „Gimme Shelter" bleibt sein Spiel so zurückgenommen, dass unerfahrene Hörer kaum wahrnehmen, dass er überhaupt spielt. Und genau das ist der Punkt.

Die Frage, wer der beste Drummer der Welt ist, führt fast zwangsläufig zu einer Gegenfrage: Bester Drummer für was? Wer einen Song trägt, ohne aufzufallen, leistet etwas fundamental anderes als derjenige, der im Zentrum des Höreindrucks steht — und es ist nicht weniger anspruchsvoll.

Groove ist das Konzept, das hier greift. Im engeren Sinne beschreibt es das subtile rhythmische Verhältnis zwischen Beat-Platzierung und metrischem Gitter: Ein Drummer, der konsistent leicht hinter dem Beat spielt, erzeugt eine andere Spannung als einer, der auf dem Beat liegt oder ihn antizipiert. Charlie Watts spielte tendenziell leicht hinter dem Beat — eine Entscheidung, die dem Rolling-Stones-Sound jene für sich sprechende Schwerfälligkeit gab, die sich nicht synthetisieren lässt.

Bernard Purdie, einer der meistgebuchten Studio-Schlagzeuger der Funk- und Soul-Ära, hat dieses Prinzip in seinem nach ihm benannten „Purdie-Shuffle" technisch expliziert: ein Triplet-Muster mit geisterhaften Ghost Notes, das das Fundament zahlloser Produktionen bildet. Wenn Bonham seinen Shuffle spielte, zitierte er Purdie — und sagte das auch offen.

Neuere Drummer wie Questlove (The Roots, Jimmy Fallon Show) haben den Groove-Begriff in die moderne Studioproduktion und in den Live-Kontext mit Hip-Hop-Einflüssen überführt. Questlove ist jemand, der im selben Interview über Bonham, Purdie und J Dilla sprechen kann — und das nicht als Namedropping meint, sondern als Genealogie.

Die Debatte über den besten Drummer der Welt bleibt offen — wie jede ernsthafte Diskussion über Kunst. Was sich sagen lässt: Die Drummer, die diese Listen langfristig dominieren, haben nicht nur ihr Instrument beherrscht, sondern eine Sprache entwickelt, die andere zitieren, adaptieren und weiterdenken. Das ist das eigentliche Kriterium.

Häufige Fragen (FAQ)

Häufige Fragen

Wer ist der beste Drummer der Welt?
Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, weil das Kriterium entscheidet. Nach technischer Versiertheit und musikalischem Einfluss gilt John Bonham (Led Zeppelin) in den meisten Ranglisten als der einflussreichste Rock-Drummer überhaupt. Für Groove und Bandkohäsion nennen viele Charlie Watts, für Metal-Präzision Dave Lombardo.
Wer ist der beste Metal-Drummer der Welt?
Dave Lombardo (Slayer) und Joey Jordison (Slipknot) gelten als die prägendsten Metal-Drummer. Lombardo hat das Double-Bass-Spiel im Thrash Metal miterfunden; Jordison entwickelte polyrhythmische Patterns auf einem drehbaren Drum-Riser. Welcher ‘besser’ ist, hängt davon ab, ob man Rohgeschwindigkeit oder technische Breite höher bewertet.
Was ist das beste Schlagzeug der Welt für Profis?
Unter Profi-Schlagzeugern dominieren Marken wie DW (Drum Workshop), Ludwig, Pearl und Tama. John Bonham spielte ein Ludwig-Kit mit einem 26-Zoll-Bassdrum-Fell. Viele moderne Studio-Schlagzeuger bevorzugen DW-Kits wegen ihrer Verarbeitungsqualität und Klangvielfalt. Das ‘beste’ Schlagzeug ist letztlich das, das zum Spielstil und Genre passt.
Warum gilt John Bonham oft als bester Drummer aller Zeiten?
Bonham vereinte physisches Gewicht im Anschlag, ein unverwechselbares rhythmisches Vokabular (der ‘Bonzo-Shuffle’) und musikalische Intelligenz. Sein Sound war so eigenständig, dass ihn Mitmusiker und Produzenten sofort identifizierten. Dazu kam seine Fähigkeit, ein riesiges Ludwig-Kit mit einer Dynamik zu spielen, die vom leisen Shuffle bis zur vollen Band-Explosion reichte.
Welche Kriterien entscheiden über den Rang in der Liste der 100 besten Schlagzeuger?
Ranglisten wie die Rolling-Stone-Liste der 100 besten Schlagzeuger bewerten eine Mischung aus technischer Versiertheit, musikalischem Einfluss auf andere Drummer, Bandbreite des Repertoires und der Fähigkeit, einem Genre oder einer Band eine wiedererkennbare rhythmische Identität zu geben. Reine Geschwindigkeit zählt weniger als musikalischer Kontext.